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Die Piratenpartei und die Frauen Der ganz normale WahnsinnFreitag, 4. September 2009Die Piratenpartei und die Frauen
Ich bin die letzten Tage vermehrt über Weblogs gestolpert (oder gestolpert worden),
die in meinen Augen ein merkwürdiges Thema zur Sprache bringen: Piratenpartei und Frauen Es wird gesagt, dass die Piratenpartei frauenfeindlich sei, keine Frauenthemen (was immer das sei) aufgreift usw... Ich gebe zu, dass es bei uns Piraten noch wenig Frauen gibt. Aber beim vorletzten Flensburger Stammtisch waren 30% der anwesenden Piraten Frauen. Ich finde diese Quote ziemlich gut. Nun wird in diesen Blogs, über die ich gestolpert bin, rumgemäkelt, dass die Piraten eine reine Männerpartei sei. Wenn es eine reine Männerpartei wäre, wäre ich da ja irgendwie falsch. Bin ich aber nicht - ich bin da genau richtig. Ich zitiere hier mal eine Stelle aus einem Blog: Zum Beispiel hat mir einer auf eine Mail, in der ich sie für ihre Männerlastigkeit kritisierte, geantwortet, gerade ich als Feministin müsste doch bei ihnen eintreten, um gegen diese Männerlastigkeit etwas zu unternehmen. Das ist natürlich nur eine Variante des allgemein weit verbreiteten Satzes, mit dem feministische Anliegen heute gekontert werden: Ihr Frauen seid doch selbst schuld. Mit dieser Mail war mit Sicherheit nicht gemeint, dass die Frauen selbst Schuld sein. Sondern einfach nur: Werde Mitglied, fange an deine Themen, die dir unter den Nägeln brennen zu diskutieren usw.. Denn wir Piraten arbeiten basisdemokratisch. Jeder von uns kann Themen erarbeiten und einbringen, die er für wichtig erachtet. Da es nun mal so ist, dass wir bisher wenig Frauen sind, wurden einfach noch nicht diese sogenannten -Frauenthemen- erarbeitet. (Kann mir mal jemand verraten was ein Frauenthema ist?) Zu einem anderen Blogeintrag: es ist im 21. jahrhundert, für mich, mehr als erstaunlich, dass sich eine partei zur wahl stellt und nur männliche kandidaten aufstellt. bereits zur europawahl wurden die piraten wegen der nominierung nur männlicher kandidaten häufig kritisiert. und trotzdem findet sich die situation im bundestagswahlkampf unverändert. anfragen zum anteil von frauen in der partei wurden bisher nicht beantwortet.Da hat sich wohl einfach keine Frau bereit erklärt zu kandidieren ODER wurde einfach nicht dazu gewählt weil jemand anderes besser war. In Schleswig-Holstein gibt es eine Spitzenkandidatin der Piraten zur Landtagswahl (Wer das wohl ist....) und diese Spitzenkandidatin wurde nicht gewählt weil sie eine Frau ist und man(n) ja fair sein muss zu Frauen, sondern weil diese PiratIN aktiv ist und sich einbringt. Und zum Anteil der Frauen in der Piratenpartei: Dies wird gar nicht erfasst, weil gar nicht nach Männlein oder Weiblein unterschieden wird bei der Anmeldung. Alle sind gleich und das ist doch auch gut so. Ein weiterer Blogeintrag: Die Partei (also die Mehrhheit der Männer) hatte entschieden, das es keine „Piratin“ gibt, sondern das nur als Neusprech „Pirat“ gilt. Es gibt also keine weibliche Form von Pirat. Ich selbst habe auf dem Bundesparteitag, wo darüber abgestimmt worden ist, gegen die Piratin-Form gestimmt. Wenn die neutrale Form Pirat nun irgendwelchen Frauen nicht passt, dann werdet Mitglieder (oder lieber Mitgliederinnen?) und stimmt darüber beim nächsten Bundespartei erneut ab. Ein Stück weiter in diesem Weblog: Ich hatte selbst meine eigenen Erfahrungen gemacht, als ich das Thema Frauen bei den Piraten ansprach. Nun scheint den Piraten ihre bewusst antifeministische Politik auf die Füße zu fallen. Wenn Sie an der 5-Prozent-Hürde scheitern, dann kann man mit Sicherheit diese Dummheit dafür verantwortlich machen.Da wird doch wirklich behauptet, dass es sein könnte, dass die Frauenquote Schuld dran sein könnte wenn wir an einer 5% Hürde scheitern würden. Das versteh ich nicht? Kann mir das einer erklären? Bitte Bitte Meine Meinung: Wenn Frauen sagen, dass sie doch bitte weibliche Wortformen haben wollen, weil sie sich sonst diskriminiert fühlen, dann kann ich das nicht verstehen. Gerade diese UNTERscheidung ist doch eine Diskriminirung oder? Irgendjemand schrieb irgendwo: Wir brauchen eine Menschenpolitik und keine Frauenpolitik Denn was ist Frauenpolitik? Familienpolitik? Familienpolitik geht Männer genau so was an wie Frauen. Und wenn Frauen sagen, es gibt zu wenig Frauen in der Politik, dann werdet einfach aktiv und schon ist das Problem gelöst - weil : Nur rumzicken gilt nicht!!! ERGÄNZENDE LINKS: Eine hoffnungsvolle Stimme zur Weiberey
Geschrieben von Ani
in Piratenpartei
um
12:48
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Es grüßt recht herzlich die forschungstorte a.k.a. Elle Das Thema ist wirklich sehr schwierig zu vermitteln, vor allem als Mann. Es ist schon sehr egomanisch wie die meisten dieser FrauenvertreterINNEN auftreten. Es ist gut und zweckmäßig, wenn man eine Gleichberechtigung anstrebt. Aber das ist bei den meisten ja nicht das Ziel. Interessen der Männer? Männerquote? Da gibt's wenig Zuspruch. Bei einer mit Frauen besetzten Partei wäre das Gelächter groß, wenn ein Mann sich beschweren würde, weil er nicht erwünscht ist, andersrum wäre es große Empörung. Aber es gibt immer was zu meckern, am Ende werfen Sie uns vor, dass wir uns mit Frauen an der Spitze profilieren wollen oder gleich Sexismus. Lg, Michael Ganz ehrlich, ich finde dieses ganze Gehabe um maskuline oder feminine Worte absolut kindisch. Ich wär jedenfalls nie auf die Idee gekommen, die Piraten als Männerpartei zu sehen. natürlich hast du vollkommen recht, mir ist schleierhaft, wieso du Dir Sorgen machst, dass Du Dir hiermit Feinde machen könntest. Mit "Pirat" ist beides gemeint. Es wird auch von allen so benutzt. Die Leute, die sich von sowas ausgegrenzt fühlen, sind diejenigen, sie am liebsten zusätzlich zur Masse noch persönlich angesprochen werden. Das treibt dann so schöne Blüten wie "KrankenschwesterInnen" (ja, in einer Stellenanzeige gesehen). Diese Form von Feminismus ist nichts als Zickerei und zerstört unsere Sprache. Darauf können wir verzichten. Man muss nicht persönlich angesprochen werden, um dazu zu gehören. Mit Grauen erinnere ich mir an die Frau, die auf dem BPT auf der Formulierung "Hier kann jeder sagen, was er will" rumgeritten ist und festgestellt haben wollte, ob "auch JEDE sagen kann, was SIE will". Ich wollte nur im Boden verschwinden und hab mich dafür geschämt, eine Frau zu sein in diesem Moment. Da hat mein Kopf eine schmerzhafte Bekanntschaft mit der Tischplatte gemacht. Und ich schäme mich auch für die ganzen unselbständigen Frauen, die alles via Frauenquote hinterhergetragen bekommen wollen. Wenn man trotz gleicher Leistung weniger Chancen hat, dann kann man meckern, aber nichts tun und ne Quote verlangen fällt mal aus. Zu Recht hat mal jemand gesagt "Gleichberechtigung ist nicht erreicht, wenn fähige Frauen in Führungspositionen kommen, sondern erst dann, wenn dies auch unfähigen Frauen gelingt". Aber als Frau herzugehen, sich über die Piratenpartei zu beschweren, weil keine Frauenthemen behandelt werden? Hallo?!?Wenn Frauen Themen wie Bürgerrechte, Privatsphäre, Datenschutz, Bildung und Co. nicht betreffen, muss ich mich schon schämen eine Frau zu sein. Ich muss im Gegenteil zugeben, dass ich das Gefühl habe, dass mir vieles zu sehr zufliegt, weil ich eine Frau bin. Ich kriege sehr viel Unterstützung für Aktionen, ich bin trotz kurzer Mitgliedschaft mit einer mehr als überzeugenden Mehrheit zur Direktkandidatin gewählt worden, obwohl ich meine Selbstvorstellung so wenig überzeugend fand, dass ich mich kaum selbst gewählt hätte. -> Ja, ich frag mich, obs mir leichter gemacht wird als den männlichen Kollegen. Wobei die teilweise einfach den Fehler machen, zu wenig nach Hilfe zu fragen. Fazit: Die Frauen, die sich beschweren wollen, sollen erst mal versuchen sich einzubringen. Wer sich nicht politisch engagieren will, soll auch nicht nach einer Quote schreien. Gruß, Kerstin "sry..." Auf der einen Seite das der traditionellen Feministinnen der 70er und 80er Jahre, die teilweise berechtigt aggressiv und gegen viel Widerstand das Thema Gleichberechtigung thematisierten. Natürlich ging es darum auch um ein Stück weiblicher Selbstfindung und das Durchbrechen von überkommenen Rollenklischees. Die Forderungen dieser "alten" Feministinnen wurden inzwischen teilweise durch die Einführung von Gleichstellungsbeauftragte und durch Quotenregelungen institutionalisiert. Auf der anderen Seite stehen die "Töchter". Sie genießen ganz selbstverständlich die Freiheiten und die gesellschaftlichen Veränderungen, welche ihre "Mütter" erkämpft haben. Sie sind aber nicht mehr bereit, sich in eine feministische Ideologie einpressen zu lassen und gehen viel lockerer und selbstbewußter mit ihrer Weiblichkeit ihrem Selbstverständniss als Frau um. Natürlich ist ihnen klar, daß eine völlige Gleichberechtigung noch nicht erreicht wurde, geben aber dafür nicht nur den Männern die Schuld, sondern sehen es als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe jenseits der klassischen feministischen Ideologie. Die "Töchter" haben oftmals erkannt, daß nicht nur sie als Frauen unter den Resten alter patriachaler Strukturen zu leiden haben, sondern ebenfalls die Männer. Selbstkritische Frauen hinterfragen inzwischen auch die Rolle der Frauen bei der Aufrechterhaltung dieser überkommenen Rollenbilder. Eine gute Entwicklung, finde ich. Sie ist aber noch lange nicht abgeschlossen. Gruß Sven P.S.: Wie lautet eigentlich die weibliche Form von "der Feminismus"? Leider. Ansonsten unterschreibe ich deinen Artikel vollständig. Dass sich in gewissen anderen Parteien Frauen dafür einspannen lassen, dass sie eine Debatte, mit der man auf sachlicher Ebene keinen Blumentopf gewinnen könnte, auf die emotionale Ebene ziehen, halte ich für viel gefährlicher als nicht erreichte Quoten. Und noch was zu unserer Quote: Ich denke nicht, dass es an den Themen liegt oder an formalen Dingen, wie der Tatsache, dass weibliche Piraten eben auch Piraten sind statt PiratInnen. Auf den Infoständen gibt es viel Zuspruch von Frauen. Der einzige externe Gast beim letzten Wedeler Stammtisch war auch eine Frau, die sich gerne mal informieren wollte. Es ist nicht so, dass Frauen sich nicht oder halt weniger angesprochen fühlen. Ich denke, obwohl ich nicht weiß, woher ich diesen Eindruck habe, dass das Gros der Frauen einfach etwas vorsichtiger und zurückhaltender ist, erst mal beobachtet, anstatt nach vorne zu preschen. Über die ganze Art Fragen zu stellen wie "Wie stellen wir es an, dass wir Frauen ansprechen" und "Wenn wir dasunddas soundso beschließen, vergraulen wir viele Menschen" (Beispiel Aufnahme Tauss) und "Das wird beim durchschnittlichen BILD-Leser soundso rüberkommen" könnte ich mich pausenlos aufregen. Wir haben Prinzipien, die uns in einer Partei zusammengebracht haben. Und wenn jetzt schon die ersten anfangen wollen, diese Prinzipien (Beispiel Unschuldsvermutung) für eventuelle Wählerstimmen über Bord zu werfen, dann find ich das nach 3 Jahren Parteigeschichte verdammt früh. Die Grünen haben mit dem Verraten von Prinzipien immerhin gewartet, bis sie Regierungsbeteiligung hatten. Fazit: Wir haben unsere Themen, die uns am Herz liegen und wo wir kompetent sind. Die Frauen, die sich davon angesprochen fühlen, kommen zu uns, machen mit und haben es wirklich nicht schwer. Sich für eine Frauenquote thematisch zu verbiegen hielte ich für völlig verfehlt. Es hat übrigens auch keiner ein Problem damit, wenn sich jemand als Piratin bezeichnet (egal ob männlich oder weiblich). Solange ich nicht anfangen muss qua Satzung meine Texte mit Doppelnennungen oder Binnen-I zu verschandeln (Ich sage nur "BürgerInnenrechtspartei" oder "UserInnen") ist mir das ehrlich gesagt herzlich egal Also ThumbsUp Gerade die Unterscheidung in Mensch und Menschin ist doch die eigentliche Diskriminierung. Wenn jemand ausdrücklich darauf besteht, daß man es EBEN NICHT mit einem Arzt zu tun hat, sondern mit einer ÄRZTIN, sagt er doch gerade, daß da ein qualitativer Unterschied bestehen würde. Und wenn es kein "richtiger" Arzt ist, dann ist es also was sclechteres, "nur" ein Ärzt-chen, ähm, Ärzt-in. Eben NICHT ausdrücklich unterschieden zu werden, genau das verstehe ich als Gleichberechtigung. "Wieviel Gehalt? Kommt drauf an, soll ich Sie als Fahrer odre als Fahrerin einstellen?" Ich versteh's echt nicht. Wahrscheinlich, weil ich online längst gelernt habe, daß sich jeder seinen Usernamen selbst aussucht... Oder wie nun? Euer/Eure Flexi http://www.cdu.de/politikaz/frauen.php Du fragst "Da wird doch wirklich behauptet, dass es sein könnte, dass die Frauenquote Schuld dran sein könnte wenn wir an einer 5% Hürde scheitern würden. Das versteh ich nicht? Kann mir das einer erklären? Bitte Bitte" Also: Frauen machen ca. 50% der Bevölkerung aus. Nicht alle Frauen würden überhaupt Piraten wählen. Aber die, die es theoretisch tun würden und denen Grundrechte wie Gleichstellung am Herzen liegen (im Gegensatz zu den Piraten), die werden sie nicht wählen. Ebensowenig Männer, denen Grundrechte von Frauen auch am Herzen liegen, weil sie Grundrechte für unteilbar halten. Somit verlieren die Piraten mit ihrer grundrechtsfeindlichen Politik viele Stimmen verschenken. Theoretisch und vom Ansatz her wollen Piraten eine Grund- und Bürgerrechtspartei sein. Leider meint man, dass es eine gute Idee ist, ausgerechnet bei den Frauen eine Ausnahme machen zu müssen. Ich vermisse in eurer Argumentation jeglichen historischen Bezug. Ich könnte nachvollziehen, wenn man mit Bezug auf die Historie auf die Idee kommt, dass Frauenpolitik heute anders aussehen muss, als vor 20 Jahren - aber so zu argumentieren, als hätte es immer Gleichberechtigung gegeben - und die Frauenbewegung als Bürgerrechtsbewegung auszuklammern ist ahistorisch und kann nur zu falschen Schlüssen führen. ich empfehle dringend, das ihr euch da mal Nachhilfe holt von Frauen, die selbst für ihre Rechte gekämpft habe - lasst euch was erzählen - oder versucht denen klarzumachen, dass das alles Quatsch war, wofür sie gekämpft haben! In den frühen 80ern gab es eine "Frauenpartei". Die hatte keinen großen Erfolg und gingen später in der "Feministischen Partei" auf. Das Interessante an dieser Frauenpartei war die Tatsache, daß Teile dieser Partei keine Männer zulassen wollte. Zitat Wikipedia: "Konfliktpunkt war die grundsätzliche Frage, ob auch Männern eine Mitgliedschaft ermöglicht werden sollte. Während sich Rath gegen einen grundsätzlichen Ausschluss von Männern wandte, forderte Schücking-Helfferich eine reine Frauenpartei." Bei der noch existierenden "Feministischen Partei" (sie dümpelt bei etwa 0,3% herum und steht auch für Männer offen) wäre es interessant zu erfahren wie hoch die Männerquote hier ist. Arbeitet sie daran, das Klima für Männer freundlicher zu gestalten? Werden Männer explizit zur Mitarbeit aufgefordert? Ich weis - Die PP ist keine Männerpartei und kann deswegen nicht mit einer Frauenpartei verglichen werden. Aber handeln die Feministinnen so, wie sie es von den Piraten erwarten? Eine interessante Frage, finde ich. Mir als Frau und Pirat reicht das aus. Und ich habe an Infoständen noch keine einzige Frau (Mann auch nicht) erlebt, die uns nicht wählen will, weil wir keine "Frauenpolitik" machen, höchstens, weil wir keine Umweltpolitik im Programm haben. PS: Für den BPT-Beitrag mit dem "JEDE kann sagen was SIE will" habe ich mich auch geschämt. Man darf mir aber Sexismus vorwerfen, weil ich die "Ausziehen!"-Idee toll finde ich finde es nicht glaubhaft, dass Du das Thema "Piratenpartei und Frauen" als "merkwürdig" bezeichnest, so als ob das irgendwie aus der Luft gegriffen ist. Denn auf dem Bundesparteitag gab es eine Diskussion zu genau diesem Thema, es besteht also durchaus ein Bewusstsein innerhalb der Piratenpartei, dass es hier ein Problem gibt. Im Protokoll ist das alles dokumentiert: Es wurde gefragt, "Wie wollt ihr zukünftig unsere Partei für Frauen interessanter machen?" Daraufhin kam erstmal der Einwurf "ausziehen, ausziehen". Thorsten Wirth hat explizit kritisiert, dass es auf der Mailing Liste "viel Gehabe" gibt. Steht alles im Protokoll. Ich finde, man kann jetzt nicht so tun, als ob diese Diskussion überhaupt nicht stattgefunden hat. Ein weiterer Punkt sind die Wahlergebnisse für den Vorstand. In der Diskussion, die zur Zeit in der Blogosphäre läuft, heben Anhänger der Piratenpartei stets hervor, dass im Vorstand auch eine Frau sitzt. Ein Blick auf die Wahlergebnisse ist jedoch entlarvend: Jens Seipenbusch 148 Stimmen, Andreas Popp 94, Nicole Hornung 18 Stimmen (vergleiche Protokoll). Die Diskrepanz zwischen 148/94 Stimmen und 18 Stimmen ist doch erheblich. Wie kommt das? Die Ablehnung einer Frauenquote wird stets damit begründet, dass Führungspositionen nach Kompetenz besetzt werden sollten, nicht nach Geschlecht. Folgt man dieser Nerd-Logik, dann müsste Nicole Hornung maßlos inkompetent sein, da sie ja nur 18 Stimmen erhielt. Wenn ich mir aber anschaue, was Nicole Hornung auf abgeordnetenwatch.de schreibt, habe ich beileibe nicht das Gefühl, dass sie inkompetent ist. Was steckt also wirklich hinter dem Wahlergebnis? Mein persönlicher Eindruck: Eine unterschwellige Macho-Kultur in der Piratenpartei. Eines ist jedenfalls sicher: Wenn es beim Thema Frauen erstmal "ausziehen, ausziehen" heißt, und wenn die einzige Vorstandskandidatin nur von 18 Leuten gewählt wird, dann ist dieses Verhalten sicher nicht geeignet, den Frauenanteil bei der Piratenpartei zu steigern. (aus dem Protokoll) Ungültige Stimmen: 2 Mirco da Silva: 12 Ottmar Scherer: 20 Benjamin Schwenk: 22 Christian Hufgard: 40 Sebastian Mohr: 49 Bernd Brinken: 50 Christian Horchert: 66 Fabio Reinhard: 76 Arne Ludwig: 86 Jetzt die gewählten. Jan Simons: 100 Applaus. Thorsten Wirth: 110 Applaus. Nicole Hornung: 112 Applaus. Aaron Koenig: 113 Applaus. Zum "ausziehen, ausziehen", erkennt man doch deutlich, daß dies ein kleiner Scherz war, der wohl als running-gag immer wieder bei solchen Fragen kommt, den aber genau deswegen keiner ernst nimmt. Natürlich habe ich kein Patentrezept, und die Piraten zur Zeit auch nicht, aber ich glaube zu einer Generation zu gehören, die festgestellt hat, dass uns weder Radikalfeminismus noch -maskulinismus weiterbringen. Die alten Zöpfe, wie man Gleichberechtigung erreichen kann, müssen weg und eine völlig neue Diskussion beginnen, anstelle kritiklos die gleichen Fehler zu machen wie die Generation(en) zuvor! siehe dazu die Querelen ums Pixi-Buch: -- feministinnen kann man es nicht recht machen, und sollte man auch nicht. Noch eine Info: Mit dem AGG wurde ja dem Gleichstellungswahn die Krone aufgesetzt. Eine Folge davon war übrigens, daß in vielen Betrieben (meiner einer davon) zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat Vereinbarungen geschlossen wurden, in denen explizit stand, daß mit der männlichen Anrede auch immer die weibliche gemeint sei und deshalb nur eine verwendet wird. Statt mehr BesonderheitenInnen und GleichberechtigungInnen haben sie jetzt also WENIGER. Oops. Unintended Consequences... http://www.welt.de/politik/deutschland/article4326058/Gruenen-Frauen-schicken-die-Maenner-vor-die-Tuer.html Durch diese Quoten&Redezeiten-nach-Geschlecht-Regelungen wird nur ein Geschlechterkrieg zementiert, den wir wirklich nicht mehr nötig haben. Männer sind häufiger ganz oben (Spitzenpositionen) und ganz unten (über 80% der Obdachlosen sind Männer - DARÜBER regt sich niemand auf), Frauen mehr in der Mitte, aber niemand würde behaupten, dass es den Frauen hier schlechter geht. Frauen gehen weniger in Parteien, selbst die radikal für Frauenbevorzugung ("Frauen nach oben!") eintretenden GrünInnen haben nur 37% Frauenanteil (dafür kriegen sie >50% der Posten) - aber warum sind daran die Männer schuld? Sollen wir die Frauen zwingen, in Parteien einzutreten??? Wenn bei gleichen Chancen unterschiedliche Vorlieben/Ergebnisse herauskommen, gehört das für mich zum Pluralismus, das nicht "gleichmachen" zu wollen ... Es gibt kein GRUNDRECHT auf GLEICHSTELLUNG - ganz im Gegenteil: Es gibt dafür überhaupt keine Rechtsgrundlage! Gleichstellung ist totalitär, antidemokratisch und diskriminierend. Gleichstellung WIDERSPRICHT dem Grundsatz der Gleichberechtigung! Das zu Grunde liegende Prinzip der Gleichstellung ist nichts anderes als: Sexismus! Der Artikel drei des Grundgesetzes regelt nur das Recht von Männern und Frauen auf "Gleichbehandlung durch den den Staat" = GLEICHBERECHTIGUNG. Niemand darf aufgrund seines Geschlechtes RECHTLICH schlechter gestellt oder anders behandelt werden. Mit einer GESELLSCHAFTLICHEN Gleichstellung hat das jedoch nichts, aber auch gar nichts zu tun! Es ist definitiv nicht die Aufgabe eines Rechtsstaates darüber zu bestimmen oder zu wachen, wer wo und wie in irgendwelchen Aufsichtsräten o.ä. sitzt. Dass die Umsetzung der Idee einer "Gleichstellung" überhaupt Teil der aktiven Politik ist, ist einmal mehr deutliches Zeichen für die allmähliche Unterminierung und Aushöhlung des demokrataischen Rechtsstaates. Wenn radikalfeministische Ziele via UN-Resolutionen (z.B. "CEDAW") oder per EU-Gesetz umgesetzt werden müssen - ohne je einen demokratischen Prozeß durchlaufen zu haben ! - dann stimmt etwas nicht in diesem Land. Die sogenannte Positivdiskriminierung von Männern (auch: "sozial erwünschte Diskriminierung" [BM der Justiz Zypries]) ist und bleibt eine Diskriminierung, und zwar eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts! Das diskriminierte männliche Individuum wird kollektiv für etwas verantwortlich gemacht, das andere (abgeblich) verursacht haben. Das einzig verbindliche dabei: das Geschlecht. Wenn Frauen RECHTLICH das gleiche dürfen wie Männer, hat der Staat seine Aufgabe erfüllt! Alles weitere ist ein autoritärer Eingriff in das Recht des EINZELNEN, eine Entrechtung! Diese Gleichstellung basiert auf einer Ideologie: Bei den Kommunisten mussten Arbeiter zwecks Kontrolle in die Aufsichtsräte, bei den Feministinnen sinds die Frauen - das antidemokratische und totalitäre Prinzip ist jedoch dasselbe! In einem Rechtsstaat, der die Rechte jedes Einzelnen gleich schützt, kann es keinen rechtlich geregelten Anspruch des Individuums auf Gleichstellung geben! Ich fühle mich von jenen Frauen und Männern, großen Politikern und Reportern diskriminiert, die Quoten für Fraun fordern. Die eine Frauenpolitik fordern. Die fordern, dass die Piraten sich "extra noch" an die Frauen wenden - denn bisher waren sie geschlechtsneutral sowohl in Programm als auch in Verhalten. Vielen Dank, liebe Feministinnen, dass ich als Frau mich derart für euch schämen muss. Die Welt dreht sich weiter und es gibt auch andere Meinungen (egal ob von Männern oder Frauen) zur Gleichstellungspolitik von heute - akzeptiert das und unterstellt nicht von Grund auf falsches Verhalten aufgrund von Zahlen. lg, tanine Darum und um nichts anderes geht es nämlich in Wahrheit bei der Gender-Debatte... Ich bin Piratin. Auf die Idee, mich "Pirat" zu nennen, käme ich nie - der Grund dafür liegt aber in meinem Sprachempfinden. In der deutschen Sprache gibt es nun einmal so gut wie keine geschlechtsneutralen Personenbezeichungen, sondern maskuline und feminine (letztere werden meist mit dem Suffix "-in" gebildet). Das ist eine linguistische Tatsache und sagt über die Intention des Gesagten erst einmal überhaupt nichts aus. Eine Norm läßt sich nicht dadurch knacken, daß man ihr eine ebenso verhärtete Gegen-Norm gegenüberstellt. Als angemessen für die Piratenpartei würde ich es daher empfinden, die jeweilige Sprachregelung des Begriffs ihren Mitgliedern freizustellen und die individuellen Entscheidungen zu respektieren. Manchen Frauen mag es egal sein, manche finden sich bewußt im maskulinen Begriff "Pirat", wieder andere legen Wert auf die sprachlich korrekte Bezeichnung "Piratin" - gerade im individuellen Umgang mit diesem Sprachphänomen würde ich persönlich den Freiheitsgedanken der Partei verwirklicht sehen, den ich inhaltlich angelegt finde und den ich unterstütze (weswegen ich ja auch Mitglied geworden bin). |
Wenn du mich gern liest...... dann flattr mich doch. ![]() Ich bin Mitglied der Piratenpartei Die in diesem Weblog geäußerte Meinung, ist nicht zwangsläufig, die der Piratenpartei, sondern ausschließlich meine Meinung und die kann auch durchaus mal sehr subjektiv sein. SucheWeblogs aus Schleswig-Holstein Axels Blog Birtes Blog Blogallergie Dunkelfels Geniesser Blog Geocaching in SH Jerret Khamp McWinkel Michas Blog Penzweb.de Rowis Blog Sams Blog Letzte KommentareDo, 19.08.2010 16:32
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Schon seit die PIRATEN existieren kommen immer wieder Leute und wollen uns erklären wie die Dinge eigentlich laufen. Seit wir etwas erfolgreich sind, sind nun auch die ewig gestrigen auf den Plan gerufen, die einem dann irgendein Etikett aufkleben, wen...
Aufgenommen: Sep 04, 21:39
Ich wollte mich aus der Piraten-und-Gender-Debatte eigentlich raushalten, aber naja, the best laid plans of cats and men usw. Ich sehe, wie da massiv – und eigentlich unnötig – aneinander vorbeigeredet wird (teilweise aber auch, so scheint es, aggressi
Aufgenommen: Sep 05, 11:54
Ich wollte mich aus der Piraten-und-Gender-Debatte eigentlich raushalten, aber naja, the best laid plans of cats and men usw. Ich sehe, wie da massiv – und eigentlich unnötig – aneinander vorbei geredet wird (teilweise aber auch, so scheint es, aggress
Aufgenommen: Sep 05, 14:29